Im Portrait 

 

Wer ich bin 

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Mein Name ist Lukas. Ich fliege jetzt seit 2015 in der Sportfluggruppe Leck. Für die Fliegerei konnte ich mich schon lange vor dem Beginn meiner Ausbildung begeistern. Mit 16 ergab sich dann endlich eine Möglichkeit, trotz die durch meinen Wohnort bedingte Entfernung von gut 30km zum Flugplatz, das Fliegen zu lernen. In diesem Portrait, möchte ich Euch einen kleinen Einblick in den Ablauf einer Ausbildung bei uns verschaffen. 

 

Begonnen hat es mit einem Schnuppertag

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  • Kreisen-in-der-Thermik
  • ber-dem-Wattenmeer

Wer sich für die Fliegerei interessiert beginnt in der Regel mit einem Schnuppertag. So begannen die Ausbildung und die Leidenschaft zum Segelfliegen auch bei mir! An einem schönen Spätsommertag ging es für mich im Alter von 15 Jahren zum ersten Mal auf den Flugplatz, um das Fliegen kennen zu lernen. Ich wurde direkt in den Tagesablauf der Flieger eingegliedert. Nach den Vorbereitungen für den Flugtag sollte es für mich direkt schon in die Luft gehen. Ich machte mich mit Hartmut, einem der Fluglehrer, auf den Weg zum Schulungsflugzeug, einem Hochleistungsdoppelsitzer vom Typ DG1001T und bekam schon jetzt erstes Grundwissen über das Fliegen vermittelt. Mein Platz war direkt das vordere Cockpit, von wo aus ich im Flug auch schon ein wenig selber Steuern durfte.
Das Windenseil wurde eingeklinkt und nach den Worten „Alpha-Echo startklar“ ging es auch schon in die Luft. Diesen Moment sollte ich nie mehr vergessen- einfach ein irres Gefühl dort oben zu kreisen, die Naturkräfte zu spüren und die Freiheit zu fühlen. Von dem Moment an wusste ich, dass ich genau DAS immer wieder spüren möchte.
Ich hatte mein Hobby und meine Leidenschaft entdeckt. 

 

Der Beginn meiner Ausbildung

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Die eigentliche Ausbildung begann für mich im darauf folgenden Jahr in den Osterferien.
In den ersten Ausbildungsstarts mit unserem Fluglehrer Bent, ging es  in erste Linie um die Einweisung in den Schulungsdoppelsitzer und die grundlegenden Flugmanöver wie den Geradeausflug.  Nach den flugintensiven Ferien, in denen ich sehr viel gelernt hatte, ging es an den folgenden Wochenenden weiter. Die Ausbildungsinhalte wurden immer komplexer und schwieriger. Bereits nach 8 Wochen beherrschte ich die Maschine im Start, in der Luft und auch die Landung war kein Problem mehr.  Nach dem Gesundheitscheck beim Fliegerarzt, kam auch der Solo schon in Sichtweite. 

 

Der Solo

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Man sagt, dass der erste Solo der schönste und unvergesslichste Moment im Leben eines Fliegers ist. Zwei Monate sind jetzt vergangen, seitdem ich mit dem Segelfliegen angefangen habe. Durch die tolle Unterstützung des Vereins und des Club 50 (unserem Förderverein für die Jugendlichen), konnte ich nun nach 50 Starts mit einem Fluglehrer zum ersten Mal alleine in die Luft. Nach dem letzten Überprüfungsstart mit Hartmut, einem unserer Fluglehrer, kamen die Worte: "So, jetzt drei alleine!". Wir zogen das Flugzeug wieder zur Startposition, wo ich noch einmal alle wichtigen Faktoren mit Hanso, einem anderen Fluglehrer, besprach.
Ich machte meine letzten Checks im Cockpit und dann konnte auch schon das Windenseil, welches mich auf ca. 450m Höhe bringen sollte, eingeklinkt werden. Das Seil zog straff, ich merkte die Beschleunigung und dann hob sie auch schon ab. Bei einer Geschwindigkeit von ungefähr 120km/h brachte mich unsere Winde auf Höhe. Das Seil klinkte aus und ich realisierte erst jetzt, dass ich ganz alleine im Flugzeug saß.
Es ist ein unbeschreibliches Gefühl zum ersten Mal ganz alleine am Platz zu kreisen. Keiner sitzt mehr hinter einem und gibt Tipps, man ist auf einmal ganz alleine und kann voll und ganz die scheinbar unendliche Freiheit in unserem Hochleistungsdoppelsitzer DG1001T spüren. Nach ungefähr 10 Minuten hatte ich die Höhe abgeflogen und begann mit meinem Landeanflug. Im Landeanflug erinnerte ich mich an all das, was meine Fluglehrer mir immer wieder gesagt hatten: „Geschwindigkeit halten, Nase in den Wind und kurz vor dem Boden die Kiste sanft abfangen und hinsetzen." Nach drei Starts und Landungen kamen dann alle Anwesenden zur traditionellen Fliegertaufe. Ein stacheliger Strauß, der das Feingefühl in den Fingern verbessern soll und ein versohlter Hintern, damit es auch mit der Thermik klappt, erwartet jeden, der das Fliegen lernen will!

 

Neuer Flugzeugtyp 

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Nach 14 weiteren Alleinflügen in unserem Doppelsitzer, ging es für mich auf das zweite in der Ausbildung eingesetzte Flugzeug, die DG100. Die 100 ist ein Einsitzer und weist etwas andere Flugeigenschaften auf, die mir während der Einweisung am Boden durch Tobias näher gebracht worden sind. Voller Vorfreude sie endlich fliegen zu dürfen, stieg ich ins Cockpit und machte meine Checks.
Schon nach dem Abheben merkte ich die neuen Flugeigenschaften, die mich durchweg begeisterten. Dieser Tag, der nach meinem Solo auch zu einen der besonderen in der Ausbildung gehörte, klang gemütlich am Grill aus. 

 

Mein erster Wettbewerb 

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Schon einige Wochen nach meinem ersten Start auf unserem Einsitzer, durfte ich mein Können beim Landejugendvergleichsfliegen unter Beweis stellen. Das Vergleichsfliegen bietet den Jugendlichen Fliegern aus Schleswig-Holstein die Möglichkeit, sich ein Wochenende lang zu messen und fliegerische Erfahrungen auszutauschen.
Das fliegerische Können wird dabei von 5 Wertungsrichtern, die bei der Durchführung von bestimmten Manövern in der Luft auf sauberes Fliegen achten und auch die Landung genau beobachten, bewertet. 
An diesem Wochenende merkte ich, dass ich in meiner ersten Saison schon über meine Ziele hinaus geschossen bin. Geplant war in dieser Saison der „Solo“ und wenn’s gut läuft, die Einweisung auf unseren Einsitzer – doch nun beschritt ich schon meinen ersten Wettbewerb als Pilot, den ich mit einem Platz im Mittelfeld als große Erfahrung in Erinnerung behalten werde. 

 

Fliegen heißt auch Theorie 

Nach einer sehr schönen und erfolgreichen Saison hieß es für mich, die Wintermonate zu nutzen, um mich auf die Sprechfunkprüfung und die Theorieprüfung Segelflug vorzubereiten. 
Unsere Fluglehrer vermitteln das theoretische Wissen, begonnen bei Navigation über Technik bis hin zur Meteorologie, in lockerer Art und Weise an den Wochenenden.
Neben dem Lernen stand aber auch Werkstattarbeit auf dem Plan, denn die Flugzeuge, die im Sommer viel fliegen, brauchen ihre Pflege.
Der Winter endete mit einer bestandenen Sprechfunkprüfung und die Segelflugtheorie war auch ein voller Erfolg.
Voller Motivation und Ehrgeiz das erlernte Wissen in die Praxis umzusetzen, startete ich in meine zweite Saison. 

 

Der Überlandflug 

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Bevor man die praktische Prüfung antreten kann, muss man Erfahrung im Überlandflug sammeln. Diese letzte große Hürde vor der Prüfung bewältigte ich in einer Überlandeinweisung mit unserem Fluglehrer Bent und nur wenige Tage später einen 144km langen Überlandflug mit einem Fluglehrer aus unserem befreundeten Nachbarverein Flensburg. In mühsamer Arbeit gewannen wir an Höhe, die wir brauchten, um die 15km entfernten Cumuluswolken zu erreichen, unter denen wir gute Thermik erwarteten. Einmal an der Wolkenuntergrenze angekommen, trug uns die Thermik von der Ostsee zur Nordsee und wieder zurück. Dieser über 100km lange Flug diente als Ersatz für den sonst üblichen 50km Alleinflug, der für mich aus wettertechnischen Gründen leider nicht möglich war.
Nun fühlte ich mich gut auf die praktische Luftfahrerprüfung vorbereitet. Zusammen mit unserem Ausbildungsleiter beantragte ich die Zulassung zur praktischen Prüfung, die die letzte Hürde in der fliegerischen Ausbildung darstellt. 

 

Die Prüfung

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Nach einem Jahr und 13 Tagen, 100 Starts und 30 Stunden in der Luft, stand meine praktische Luftfahrerprüfung an. Wir trafen uns um 9:00 Uhr am Flugplatz und bereiteten alles für den spannenden Tag vor. Kurze Zeit später kam auch der Prüfer dazu, um meine fliegerischen Fähigkeiten zu prüfen. Wie es sich gehört, war die Aufregung schon vor dem ersten Flug deutlich spürbar. Auf dieses Ziel habe ich ein Jahr hingearbeitet und dann war es auf einmal zu greifen nahe. Ich checkte das Flugzeug und spätestens da wandelte sich die Aufregung in höchste Konzentration. Ich machte drei Starts mit meinem Prüfer Adalbert, in denen er grundlegende Flugmanöver bewertete und mir über die Schulter schaute, wie sicher ich die Flüge durchführte. Nach den Prüfungsflügen stiegen wir aus und er reichte mir seine Hand mit den Worten: "Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung!". Die Konzentration wurde nun zur puren Freude, es geschafft zu haben.

Nun blicke ich auf ein spannendes Jahr zurück, in dem ich neben dem Fliegen auch viele andere Sachen lernte, mit denen ich mich auch für meine nächsten Ziele in der Fliegerei gut gewappnet fühle. Die Entscheidung das Fliegen zu lernen, würde ich immer wieder treffen und kann nur jedem empfehlen, es einmal auszuprobieren